30. Wariner Langstreckenschwimmen 01-08-2015

Unser dritter und vierter Stop des Mecklenburger Allrounders in Warin [Diese Langstrecke zählt als Joker doppelt] hat ein weinendes und ein lachendes Auge.

Siegerehrung mit Seepanorama

Siegerehrung mit Seepanorama

Hier wartet der Sprecher direkt am Ausstieg – Überholen verboten

Hier wartet der Sprecher direkt am Ausstieg – Überholen verboten

Nach einer wirklich üblen Wetterlage die letzte Woche ist für den Wettkampf allerbestes Wetter angesagt und die Vorhersage hält Wort: Kaiserwetter. Trotzdem ist nach den vielen Niederschlägen die Badetemperatur ein wenig maikühl – frische 18 Grad hat der große, tiefe Waldsee östlich des großen Schweriner Nachbarsee. Warin ist ein kleines verschlafenes aber unheimlich hübsches Nest irgendwo zwischen Wismar und Schwerin. Das kleine Seebad verfügt über einen eigenen kleinen Ortsverein der DLRG, der auch das traditionsreiche Seeschwimmen ausrichtet. Bis jetzt. Denn jetzt ist Schluss. Dieses Jahr findet das letzte Schwimmen statt. Der Grund liegt im Nebel der Vermutungen, schade ist das allemal.

Der Wettbewerb ist einer der schönsten, denn anders als beim Warnowschwimmen, ist der Charakter hier eher familiär und nicht so hochoffiziell. Keine „Schiedsrichter“ des DSV und auch keine Chip-Zeitmessung, kein Startponton und keine großen ausstellenden Sponsoren.

Aber es gibt eine klare Wettkampfstrecke, tolles Wasser, kein Grünzeug und ein kleines Starterfeld. Damit punktet Warin genauso wie mit tollen Finisher-Shirts.

Dieses Jahr lassen die Wariner es noch einmal richtig krachen und legen zum Langstreckenschwimmen auch ein Drachenbootrennen dazu. Das bringt gleich mal eine ganz andere Stimmung auf den Platz. Dieser bierseelige Gruppensport ist so ganz das Gegenteil der doch eher disziplinierten Einzelschwimmer. Doch die Athleten vertragen sich untereinander gut.

Wir kämpften uns durch den Autobahnstau und dem Wohnmobilslalom, fast kamen wir zu spät. Schnell einchecken und den neuen Stempel abholen, jetzt müssen wir nur noch das Vilmschwimmen hinter uns bringen und dann ist die Allrounder-Tour abgeschlossen.

Die Startnummer kommt heute in Form einer EAN-Code-Karte, die mittels Kabelbinder an der Schwimmbekleidung fixiert wird. So – wer sich jetzt schmutzige Gedanken über den Kabelbinder macht, dem sei gesagt, dass wir auch doll gelacht haben. Jeder war also mit einer orange-roten Badekappe und so einer Art „Preisschild“ versehen. Dann der nächste Knaller – alle Schwimmer stellen sich auf zum Routinecheck eines bestellten Arztes. Sind auch alle schwimmfähig?

Andreas stellte sich lieber in die zweite Reihe. Insider wissen, dass der Restalkohol der vergangenen Nacht ein risikofreies Schwimmen verhindern könnte. Dann wurde im Entenmarsch an den Start gegangen. Vor dem kalten Wasser wurde ja schon ausdrücklich gewarnt. Heute also nicht bummeln. Einschwimmen? Nee, war nicht vorgesehen.“Biest-Modus“ anstellen, denn in drei, zwei, eins wurde gestartet. Nicht mit einer Hupe, nein, mit einer Startklappe. Das hatte Stil! Wer sich noch an die Bundesjugendspiele erinnert – ja, genauso ein Ding.

Los geht die Fahrt, ich erwische eine gute Ausgangsposition und kann gleich Gas geben. Das kalte Wasser behindert ein wenig die Atmung, aber das ist noch nichts gegen das Seitenstechen, was dann nach der Hälfte Strecke einsetzen sollte. Das Rennen wird schnell, und ich schließe zu einer Dreiergruppe auf, die ich dann nach sechs Bojen erreicht habe, passend zur Wendeboje bin ich dran.

Nach Dreiviertel der Strecke bin ich dann vollkommen ausser Atem und beschließe, den Rest mit Gewalt zu schwimmen. Ich überhole meinen Vormann, aber an den oder die Schwimmerin davor komme ich einfach nicht heran. Die letzte Boje, das Rennen ist vorbei, sobald wir uns aufrichten, um aus dem Wasser zu kommen, ist ein Überholen nicht mehr erlaubt. Positioniert wird auf Sichtung der Kampfrichter. Ich schalten den „Biest-Modus“ aus und gebe meinen ehemaligen Vormann Thomas die Hand. Er lächelt, pumpt und prustet: „Geiles Tempo!“  Ja, das hat richtig Spaß gemacht.

Andreas rettet seine letzten Promille über die Ziellinie und kommt lächelnd auf den neunten Platz. Ich habe den zweiten Platz der Damen und den dritten in der Gesamtwertung erreicht – auf dem Siegerpodest gibt es neben Urkunde und Medaille glatt noch einen Räucheraal. Das war also der letzte Knaller!

Bericht der SVZ:

http://www.svz.de/lokales/sternberg-bruel-warin/der-letzte-grosse-start-id10363796.html#

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