Adventslauf in Ratzeburg – überraschender 3ter AK-Platz 01-12-2013

In der „fetten“ Jahreszeit um die Wette laufen? Das ist so typisch norddeutsch. Man muss sich den Grünkohl mit Backe erst verdienen… Zum 24. Mal (jupp, nicht nur das erinnert an den Heiligabend) hüpfen in der Ratzeburger Innenstadt Läufer unterschiedlichster Kulör um den Marktplatz.
Morgens  noch die wichtige Frage: Was ziehe ich nur an?! Nicht, dass es um modische Details ginge, nein – viel wichtiger ist es, die Balance zwischen Ballast und Notwendigkeit zu finden. Ich mag im Wettkampf nicht allzu viel Krams um und an mir. Mir wird schnell warm (Mützen nur im Notfall – Handschuhe am liebsten gar nicht) und auf lange Hosen nur unter -5°C. Heute nieselt es leicht, obwohl Sonne angesagt ist – A. bringt das fast um sein Gleichgewicht 😀
Vorort dann die Erkenntnis: Heute läuft alles – von ganz kurz, bis über Polar, sogar Sonnenbrillen werden getragen (Sonnenbrille, Zermatt – aber es ist doch nur Ratzeburg…) Die Gefahr, Schneeblind zu werden, ist sehr gering, vielleicht rechnet man mit einem schnellen Lauf und dem damit verbundenen Fahrtwind.
Weihnachtsmänner gibt es viele, Mützen unzählig. Die Stimmung vor dem Start ist gut, nur ein wenig unterkühlt. Und der Starter lässt sich Zeit…
Ich bin heute so überhaupt nicht aufgeregt, es handelt sich hier ja nicht unbedingt um meine „Hauptlage“ also im Laufen werde ich nie ein Lichtchen sein. Ziel heute: Gut gelaunt ankommen, sich auspowern und danach gut fühlen. Schon vor dem Start sehne ich mich ins Ziel und nach den anschließenden Begünstigungen.
Neben mir wird aber schon nach Bestzeiten geschielt. Ob die heute drin sind? Wo stellen wir uns auf? Wir starten, doch schnell wird klar – wir sind zu weit im Feld gelandet – von Anfang an quälen wir uns auf der Überholspur durch Matsch und um schon 500m nach dem Start „Gehenden“. Die Pest. An Rhythmus ist nicht zu denken. Das hügelige Gelände kommt uns aber entgegen – genauso wie am Alsteroberlauf, unserem Revier. Wo andere am Anstieg langsamer werden, geht es munter hinauf. Und hinab. Auch das bringt hier so manchen aus dem Konzept.
Die Strecke ist mir nicht gänzlich unbekannt, zumindest die Eckdaten sind noch sehr präsent. So teile ich mir die Sache vernünftig ein und am Ende komme ich mit der Kraft so gerade hin. Hässlich, dass ich die ganze Strecke so schnaufen muss. Auf Dreiviertel stelle ich fest, dass mich seit einiger Zeit keiner überholt hat, das Tempo insgesamt wird langsamer. Erst auf der Zielgeraden rennen mich zwei Jugendliche fast über den Haufen.
Mit meiner Endzeit bin ich zufrieden, ich habe jedem Zuschauer zurückgesunken, mich bei der Samba-Band bedankt und den beiden Weihnachtsmännern zugejubelt. Aber ich mag auch keinen Kilometer mehr weiterrennen.
Im Ziel wartet schon mein kleiner Fanclub und die ersehnten „Erfrischungen“ in Form warmer Hühnersuppe und warmen Iso-Getränken. Für A. gibt es Lebkuchen und diesmal kein Bier.
Wir ziehen uns schnell um (als Wassersportler weiß man um dieses wichtige Detail) und packen uns warm ein. Zurück an der Zielgeraden warten wir auf den Einlauf der „großen“ Runde – die Kinder, die sich also 26km geschunden haben. Kein Vergleich mehr zu unserer „kleinen“ Runde.
Heute hätte auch kein Preis der Welt mich auf so eine hässliche Strecke geschickt. Bewundernd applaudieren wir den Ankömmlingen. Bis alle Bekannten im Ziel sind, halten wir es aber nicht aus – das Wetter wird immer nasser und wir beschließen, den Schuh zu machen.
Am Ende mit einem gemütlichen Tee in der Hand geht es nach Hause und unter die heiße Dusche. Schöner erster Advent

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1 Response to Adventslauf in Ratzeburg – überraschender 3ter AK-Platz 01-12-2013

  1. admin sagt:

    3. Platz und das mit einem Lächeln im Gesicht. Und wir waren nicht bei der Siegerehrung.

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