Fördecrossing 2012 „Aus ein mach‘ zwei!“


Eigentlich war nur einer von uns zum Fördecrossing (3.200m) gemeldet. Dem Wettkampf, der am 1. Dezember in den ersten Stunden quasi schon „ausverkauft“ ist. Aber durch den Misserfolg der Veranstalter, zu Charity-Zwecken noch ein Kontingent an Plätzen zu verkaufen, waren überraschend doch noch Plätze zu kriegen.
Die Gelegenheit am Schopf und allen anderen Körperteilen zu packen: 5 Minuten nach Betreten des Check-ins waren beide Hände mit Nummern bemalt.
Aber von vorn. Der Wettkampf bot endlich eine Runde gemütlicher Anreise an. Erst um 13.00 Check-In, um 15.00 Uhr die Verschiffung und um 16.00 Uhr der Startschuss. Ja, der Tag begann müßig. Gemütlich frühstücken und gemächlich losfahren. Und die Tücke steckt hier in der Gemächlichkeit. Wir vergaßen alles, was nicht unmittelbar am Körper zu tragen ist. Kein Wasser dabei, keine Decke für den Strand, und wir wunderten uns, ob ein Teil des Kopfes überhaupt noch funktioniert.
Den Support holten wir uns in Ohlsdorf ab und fuhren also zu dritt nach Glücksburg, wobei in Flensburg zum Proviantbunkern noch einmal kurz gehalten wurde. Auf der Autobahn war es lästig voll, jedes Wohnmobil bremste uns auf 60 runter, die Strecke war anstrengend. Nächstes Mal Bus und eine Übernachtung in Glücksburg. Merken!
Früh waren wir da und suchten uns sofort ein schattiges Plätzchen mit Blick auf die Strecke, das Anmeldezelt und den Strand. Schönes Einstimmen auf den Wettkampf war möglich. Viele bekannte Gesichter trafen ein. Es kam keine Langeweile auf.
Dann endlich das Umziehen und Warmup. Verschifft werden sollte mit allem, was schwimmen kann. Wir hatten sofort Lunte gerochen: Ein Schlauchboot sollte uns mitnehmen, zu fünft ging es erst langsam, dann im Affenzahn über die Förde. Das absolut Größte für uns Speedjunkies. Nur unsere Mitreisende A. war erst etwas verunsichert, genoß aber schließlich das Übersetzen. Wir mussten mit dem geringen Tiefgang auch nicht ans Ufer schwimmen, sondern wurden brav ins knietiefe Wasser abgesetzt. WELCH EIN LUXUS!
Da wir nun die ersten drüben waren *grins* mussten wir natürlich auf die anderen warten. Wir ließen uns von oben bis unten mit Melkfett einreiben und warteten auf den Startschuss. Eine Ewigkeit. Aber schließlich ging dann alles ganz schnell. Alle gingen zügig ins Wasser, schwammen schnell los, denn die Uferzone barg eine Menge scharfer Muschelbänke, über die man nicht laufen konnte.
Das große Chaos auf den ersten 500 Metern kosteten eine Menge Kraft und ich merkte den Unterschied zur Wakenitz deutlich. In einem schmalen Korridor zwischen den Inseln kam man sich näher und bevor man endlich loslegen konnte, musste das große Knäuel sich entwirren.
Um die Insel schoss man dann etwas lockerer und jetzt hieß es: Ruhig Fahrt aufnehmen. So sammelte ich alle 400 m einen Schwimmer ein, genoss das Schwimmen in der Ostsee. Ja, es waren viele Quallen unterwegs, aber das war ja auch beschrieben.
Die Wellen fühlen, das Atmen ruhig halten und langsam beschleunigen. Die Bojen sind tatsächlich schwer zu sehen, aber die Boote bildeten die Außenbegrenzung. Das war schon ein besonderes Gefühl. Anders als im Marathon konnte ich das Schwimmen nicht ruhig mit allen Sinnen aufsaugen, das Tempo und die Anstrengung ließen mich mit Tunnelblick hinter den Führenden her jagen. Im Nachhinein war das schade.
Das blaue Tor konnte man relativ früh anpeilen, aber tatsächlich war es noch ein langer Weg dahin. Ich dachte schon, oh – das wird keine gute Zeit (1 Stunde wollte ich nicht brauchen!) aber ich kam tatsächlich auf glatten 52min aus dem Wasser. Einpiepsen und Tadaaa! Geschafft, Wunsch und Ziel erfüllt! Jetzt bin ich auch ein Fördecrosser!
Glücklich schaute ich zurück und auch mein Partner kam aus dem Wasser: knapp anderthalb Minuten hinter mir! Well done.
Die kleine, die vor mir ins Ziel kam, brauchte ein wenig Unterstützung, sie hatte sich überschätzt und war kurz vorm Umklappen. Sie konnte aber mit ein wenig Ruhe schnell wieder zu Atem kommen. Gefüttert wurden wir mit Apfel, Banane und Apfelschorle – als besonderer Bonus kamen Kids und schenkten fleissig nach.
Ein schönes Event. Unsere Ergebnisse können sich sehen lassen – toller Tag, tolles Wetter – solche Bedingungen sind hier nicht selbstverständlich. Ein schöner Strandtag ging zu Ende, wir zogen uns um und fuhren recht bald ab. Nächstes Jahr wollen wir wieder!!

 

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